museumsart Kolumne

Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2017

Warum ich nach Bremen fahre

07.03.2017

In Anbetracht meines Alters wollte ich eigentlich an keiner Tagung der DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft) mehr teilnehmen, deren Tagungsort mehr als 100 km von meinem Wohnort Heilbronn entfernt ist. Bremen ist jedoch ca. 600 km entfernt und die Tagung findet wie immer im März statt, wenn die Hochschulen Semesterferien haben und das Wetter wenig einladend ist. Als mich mein Fachverband, die Arbeitsgruppe Philosophie der Physik anschrieb, begann ich zu überlegen. Einerseits wollte ich gern als Abschluss meiner Vortragstätigkeit meine Auflistungen zu den gesicherten Befunden zur Gravitation und Kosmologie zusammengefasst einmal den Kollegen bekannt machen, auch weil sie m.E. geeignet sind, den Stillstand in der Theoretischen Physik und ihre Spaltung in Quantenphysik und Relativitätstheorie zu überwinden, was ihr größtes Problem ist, andererseits wollte ich auch einmal die Herausgeberin meiner inzwischen fast 150 Philosophischen Sentenzen des Monats, Frau Sandforth-Blanken, persönlich kennen lernen, die in Bremen zuhause ist und dort einen Onlineshop für wunderbare Museumsrepliken betreibt, wie die Leser der Sentenzen wissen.

So reifte allmählich mein Plan, doch dort hinzufahren. Ich werde also Mitte März in Bremen sein, gerade dann, wenn diese Sentenz erscheint. So jedenfalls mein Plan. Zudem werde ich voraussichtlich auch Prof. Lämmerzahl treffen, der die Tagungsleitung hat und als Inhaber des Bremer Lehrstuhls "Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation" (ZARM) für den in Europa einzigartigen 146m hohen Fallturm zuständig ist und der hoffentlich Gelegenheit gibt, den Turm auch einmal näher zu besichtigen. Prof. Lämmerzahl ist zudem Sprecher des DPG-Fachverbandes "Gravitation und Relativitätstheorie", vor dem ich zuletzt 2011 am KIT (Karlsruher Institut für Technologie") Gedanken zur Schwerkraft vorgetragen habe und der mir mit Mail vom 14. Okt. 2011 zustimmte, dass "die klassische Welt aus der quantenmechanischen folgen sollte", warum es mir bei meinen gesicherten

Befunden zur Gravitation ging, die ich quasi im Nachgang zu meinem Vortrag in Karlsruhe im Juni 2011 niedergeschrieben hatte.

Im Juli 2013 erweiterte ich die Befunde um die der gesicherten Befunde zur Kosmologie, wodurch sich eine Gesamtschau ergab, durch die auf Grundlage der Quantenphysik die Einheit der Theoretischen Physik wieder herstellt werden kann, was das größte Ziel der Physiker sein müsste. Meine Schlussfolgerung lautet:

Es gibt also nicht nur kein Problem zwischen der Gravitation und den Teilchen,
ganz im Gegenteil:
erst die Quantenphysik macht uns die Gravitation und den Kosmos verständlich.

Aber sie macht eben auch anders lautende Theorien überflüssig, was zu akzeptieren den Anhängern der Relativitätstheorie sicher schwer fallen wird, obwohl der seit vielen Jahrzehnten anhaltende gespaltene Zustand der Theoretischen Physik, den der amerikanische Physiker Richard Feynman "die Melancholie des 20. Jahrhunderts" nannte, höchst unbefriedigend ist. Aber wie der kürzlich verstorbene ehemalige Deutsche Bundespräsident Roman Herzog sagte, um Reformen anzumahnen: "Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen", ebenso muss man heute sagen: Es muss ein Ruck durch die Köpfe der Physiker gehen, damit sie wieder zu sinnvoller Arbeit kommen, als immer nur neue immer teurere Versuche zu unternehmen, das Unvereinbare scheinbar doch noch zu vereinbaren. Viele Physiker machen in der immer erfolgreicher werdenden Quantenphysik mit, ohne sie innerlich akzeptiert zu haben, weshalb es an konzeptionellen Fortschritten in ihr fehlt. Ich aber kann zeigen, dass durch die vorurteilsfreie Auflistung der gesicherten Befunde sich ein Weltbild von großer Einfachheit, Klarheit und Schönheit ergibt, das physikalisch nicht übertroffen werden kann.

Helmut Hille

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