museumsart Kolumne

Helmut Hille
Philosophische Sentenzen 2017

Der dunkle Kosmos

15.05.2017

Seitdem man seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts weiss, dass der Kosmos expandiert, könnte man auch wissen, dass die astronomischen Objekte von 2 Kräften beherrscht werden: der Gravitation und der kosmischen Fliehkraft. Beide Kräfte wurden ihnen durch die Superexplosion am Anfang, "Urknall" besser aber "Big Bang" genannt, verliehen und beide sind immer zugleich da!

Während aber die kosmische Fliehkraft den Kosmos auseinander treibt, versucht die Gravitation die kosmischen Körper wieder zu vereinen. Da wo Flieh- und Gravitationskraft im Gleichgewicht sind, wo sie sich also gemeinsam zeigen, gibt es das, was wir als stabile Planetensysteme, Galaxien und sehr alte Kugelsternhaufen kennen - doch sind sie alle in die allgemeine kosmische Bewegung, vom Ort des Big Bang weg, eingebettet.

Das rechnerische Ergebnis unterschiedlicher Kräfte an einem Ort nennt man eine Resultierende oder auch Resultante, also das Ergebnis - Resultat - aus Kraft und Bewegungsrichtung der Beteiligten, wie das stets auch in der Baustatik berücksichtigt werden muss, wie ich gelernt habe. Die Kosmologie wird bis heute aber von Einsteins Vorstellungen und Gleichungen beherrscht, der sich jedoch ein statisches Universum wünschte. In seinen Gravitationsgleichungen kommt also kein Expansionsfaktor vor. Im Gegenteil. Er versuchte sogar mit einer eigens erdachten Formel, den kosmologischen Term, den Kosmos rechnerisch im konstanten Zustand zu halten, der sich aber nicht erwies.

Wie Kopernikus bis an sein Lebensende vergebens nach einem Fehler in seinen Berechnungen der Planetenbewegungen suchte, weil er irrtümlich von Kreisbahnen der Planeten ausgegangen war statt von Ellipsen, wie sich später vor allen dank Kepler und Newton herausstellte, so haben wir es heute in der Kosmologie mit dem Rechenfehler zu tun, dass den Gravitationsgleichungen für große Mengen kosmologischer Objekte ein Term für die allgemeine Expansion fehlt. Aus allzu großen Respekt vor Einsteins Gleichungen möchten Kosmologen statt der Gleichungen lieber die Natur korrigieren und haben sich dazu eine unbekannte dunkle Materie und dunkle Energie ausgedacht, nach denen heute mit viel Aufwand gesucht wird. Die Dunkle Materie außerhalb der Galaxien soll erklären, warum ihre äußeren Galaxiebereiche schneller rotieren, als sich aus Einsteins Gleichungen ergibt. Die Dunkle Energie wäre dafür verantwortlich, dass der Kosmos immer schneller expandiert. So haben wir heute die Situation, dass mit

den verwendeten Gleichungen ohne diese hypothetischen Größen nur noch ein kleiner Teil der Berechnungen brauchbar ist. Andererseits könnte man aber auch sagen, wie Recht Einstein doch gehabt hat, in die Gravitationsgleichungen einen zusätzlichen Term einzuführen, nur dass er ihn, seiner Mentalität gemäß, sich ein konstantes Universum wünschend, eine falsche Richtung gab.

Zusätzlich machen viele Kosmologen den Fehler, von einer Erlahmung der Expansionsbewegung auszugehen, analog wie das einem Wanderer passiert der ermüdet, was aber in der Physik, in Anbetracht des Satzes von der Erhaltung der Energie als oberstes Kriterium, unzulässig ist. Da wo große Materiemengen sich voneinander entfernen wird nur der Einfluss der Gravitation aus den zurückbleibenden Objekten immer kleiner und somit der Anteil der kosmischen Fliehkraft an der Resultierenden immer größer - das heißt: der Kosmos expandiert und zwar immer schneller, wie wir heute wissen, bis die von der Gravitation ungedämpfte Explosionsgeschwindigkeit erreicht sein wird! Ähnlich ist es auch in den Galaxien: je mehr eine Galaxie räumlich wächst, umso geringer wird die Schwerewirkung der inneren Nachbarsterne und des schwarzen Lochs in ihrem Zentrum auf die äußeren Sterne und umso schneller rotieren sie um das galaktische Zentrum, weil die immanente kosmische Fliehkraft stärker zur Geltung kommen kann. Hinzu kommt, dass infolge der Quantelung der Energie die Reichweite von Gravitationsfeldern begrenzt ist, was zusätzlich berücksichtigt werden muss. Es bedarf also weder einer Dunklen Materie noch einer Dunklen Energie, um das kosmische Geschehen zu verstehen. Wer freilich wegen seines deterministischen Weltbildes immanente Ursachen nicht gelten lassen will, dem wird meine Argumentation mit immanenten Größen befremdlich erscheinen. Ich aber versuche von der Sache her zu denken, weshalb ich keine Hilfsannahmen brauche. Und immer gilt es, auch in der Kosmologie den Erhaltungssatz der Energie ohne Wenn und Aber zu beachten, soll sie Wissenschaft bleiben.

     -  Der Kosmos ist also keineswegs
        dunkler als wir ihn sehen.  -



Helmut Hille

Zum Weiterlesen:
WEGE DES DENKENS

http://www.helmut-hille.de


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