Pressestimmen

Im Keller stapeln sich bunte Schätze

28.12.1999   |   ACHIMER KREISBLATT

Ingrid Blanken hat einen virtuellen Museumsshop eröffnet

(c) . Ingrid Blanken stürmt neuerdings jeden Morgen direkt vom Bett zum Faxgerät - und checkt erstmal den Eingang. Seit November ist in ihrer Welt kaum etwas mehr wie vorher: In ihrem Keller stapeln sich glitzernde, bunte und schnieke Schätze. Die Bremerin hat ihr Leben umgekrempelt. Und Schluß gemacht mit den "vielen abgehackten Arbeitsverhältnissen". Mal zwei Jahre ein Forschungsauftrag hier, mal drei Jahre ein Auftrag da: Das war nichts mehr für die gelernte Sozialwissenschaftlerin. Sie wollte sich "auf Erreichtem bewegen" und "Kontinuität für die Zukunft schaffen". So nutzte die passionierte Museums-Besucherin ihre Begeisterung für die in den USA weit verbreiteten Museums-Shops - und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Import-Export, Handelsreferenzen und Werbe-Flyer zählen jetzt zu ihrem Wortschatz: Die 44-jährige betreibt seit November echten Handel - mit dem neu erdachten Museumsshop-Versand "museums:art", der per Katalog und Internet-Auftritt "Geschenke aus den Museen der Welt" vertreibt. 85 Artikel aus renommierten Häusern hat die Bremerin zur Bestellung in ihrem zum Lager umgebauten Keller untergebracht - von nachgebildeten Skulpturen bis hin zu nachgeahmtem Schmuck. Da steht die Katzenstatue "Katzengöttin Bastet" im frisch gestrichenen Kellerregal - und da glitzern etruskische Ringe und Seidenschals. 23 Katalog-Seiten füllen die Shop-Angebote mit einer detaillierten Beschreibung über die Herkunft jedes Exemplars. Die Idee für den Vertrieb ausgesuchter Stücke aus Paris, New York oder Wien kam Ingrid Blanken ganz spontan - bei einem Museumsshop-Besuch in deutschen Landen, bei dem sie eine mittelalterliche Brosche zum Verschenken käuflich erwarb. "Das Problem war dabei: Die Verkäuferin hatte zwar noch eine Geschenk-Schatulle vorrätig, aber nicht mehr das Zertifikat zum Original." Doch gerade dieser Nachweis mache das Replikat erst so wertvoll: "Und da dachte ich mir: Das müßte man besser machen." Know-how und Geschick zum Verkauf sammelte Ingrid Blanken als Hospitantin im Bremer "Dom-Shop". Das nötige Startkapital kam aus dem Existenzgründer-Programm samt Zuschuß vom Design-Zentrum. Trotzdem war der Katalog "sündhaft teuer" - wie die Werbe-Flyer, die sie erstmals einer Frauenzeitschrift beilegte. Das brachte tröpfchenweise die ersten richtigen Bestellungen ein. "lch wollte doch von Null auf 100 durchstarten. Aber das geht natürlich nicht", sagt Blanken. Doch von Anfang an war Geduld angesagt. Die Museen mußten mühevoll von der Idee überzeugt - und dann günstige Importeure gefunden werden, die die Stücke nach Deutschland brachten. "museums:art" ist erreichbar unter www.museumsart.de.

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