Pressestimmen

Exotisch ist irgendwie alles

16.05.2002   |   WESER-KURIER

Bremerin Ingrid Blanken betreibt den Internetversand "museums:art"

Ein Versandhaus ungewöhnlicher Art betreibt die 46-jährige Bremer Unternehmerin Ingrid Blanken aus der östlichen Vorstadt. Sie verkauft historische Replikate aus Museumsshops der ganzen Welt. Seit zweieinhalb Jahren benutzt sie ihr Privathaus in der Blankenburger Straße 11 als Lager- und Versandhaus. Museumsfans können über ihre Homepage www.museumsart.de bestellen. Mit ihr sprach unser Mitarbeiter Wolf von Dewitz.

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee zu "museums:art"?
Blanken: Die Idee kommt aus meiner Leidenschaft für Replikate und Museumsobjekte. Angeregt wurde ich auch durch meine Reisen in die USA in den 80er Jahren, als wir in Deutschland noch keine Museumsshops in diesem Sinne hatten.
Vor zwei Jahren nannten Sie den Handel mit Museumsartikeln in Deutschland "unterentwickelt". Erfreuen Sie sich auch heute noch immer einer nur geringen Konkurrrenz?
Große Museen in Deutschland haben inzwischen auch gute Shops. Auch Museumsshops per Internet gibt es inzwischen. Der Aufbruch ist da.
Warum beschränkt sich "museums:art" nur auf den Internetvertrieb?
Damals dachte ich, als Existenzgründerin mit einem herkömmlichen Ladengeschäft müsste ich die beste Lage haben. Man kann nicht einfach in irgendeine Seitenstraße ziehen. Doch die wirklich guten Bremer Geschäftslagen zählen mit Frankfurt zu den teuersten Deutschlands. Das hätte ich nervlich nicht überstanden.
Was sind vor- und Nachteile des Internethandels?
Ein Vorteil ist die Schnelligkeit. Wenn Kunden abends bestellen, können sie schon am nächsten Abend per Schnellpost das Produkt bekommen. Außerdem kann man so den Lagerbestand auf die Kundenwünsche abstimmen. Bei allen Internet-Angeboten muss man natürlich dem Eindruck vertrauen, den man durch Bilder gewinnt. Die fehlende Greifbarkeit kompensieren wir mit Katalogen von hoher Qualität. Viele Kunden wählen in den Katalogen aus und bestellen dann per Internet.
Gerade der so genannte E-Commerce-Sektor kriselt derzeit. Inwieweit sind Sie davon betroffen?
Natürlich sind wir nicht unbetroffen, doch für diese Art anspruchsvoller Artikel findet sich immer ein Markt. Aber letztlich wird es ja auch aufgestaut. Ich bin optimistisch: Der Markt kommt irgendwann wieder.
Wie sieht Ihre Angebotspalette aus? Gibt es auch exotische Kundenwünsche?
Das Angebot reicht von Museumsreplikaten des Vorderen Orients und Ägyptens bis zu den Kelten. Zudem gibt es Schmuck als gern gesehenen Schwerpunkt. Exotisch ist irgendwie alles. Zu den am häufigsten gekauften Produkten zählt die Venus von Milo, eher eine Rarität ist der Marlik-Stier aus dem alten Persien.
Wodurch zeichnet sich Ihr Angebot aus?
"museums:art" verkauft Original-Replikate direkt aus den Werkstätten der Museen. Was mir ganz wichtig ist, ist die direkte Zusammenarbeit mit den Museen: Indem man die Replikate aus den Museen verkauft, unterstützt man auch die Arbeit der Museen.
Bis wohin verkaufen Sie?
Die Reichweite von "museums:art" ist beachtlich: Wir verkaufen bis nach Österreich und in die Schweiz. Die uns beliefernden Museen sind übrigens in der ganzen Welt: New York, Paris, Jerusalem, London ...
Wie gewinnen Sie Neukunden?
Also wir haben schon einen guten Kundenstamm. Ich denke, dass auch viel läuft durch Weitersagen und Kundenempfehlungen. Dann natürlich auch über die Website selber und durch die Suchmaschinen.

>> Am Sonnabend, 18. Mai, von 10 bis 17.30 Uhr, lädt "museums:art" zusammen mit "vestidos Modedesign" zur Ausstellung "Pfingstpartie" ins Café Ambiente am Osterdeich ein. Dann gibt es die Gelegenheit, das gesamte Angebot von "museums:art" zu sehen: Schmuck, Seidentücher, Miniaturen und Spielereien. Zudem wird die Sommerkollektion 2002 von "vestidos Modedesign" präsentiert.


 

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